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Design trifft Fairtrade: Bambus-Handwerk von Bibol

In unserer globalisierten Welt kommen viele Produkte des täglichen Lebens aus asiatischer Massenherstellung. Schlechte Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne sind dort leider immer noch der Normalfall. Mehr und mehr Menschen setzen deswegen bewusst auf fair produzierte Ware. Auch in unserer Tischkultur-Welt gibt es ein Paradebeispiel dafür: Die Firma Bibol.

Little Moon. So wird die Gründerin von Bibol geheimnisvoll genannt. Bereits mit acht Jahren musste sie anfangen, auf dem Feld zu arbeiten – die Mithilfe aller Familienmitglieder zur Sicherung des täglichen Überlebens war in Vietnam damals, Ende der 1970er Jahre, bittere Realität. Mit 13 Jahren verließ sie ihr Heimatland mit dem Ziel Frankreich, lernte die französische Sprache, studierte, verbrachte ihr Arbeitsleben im Nachbarland Deutschlands. Nach zahlreichen Jahren in Frankreich kehrte sie mit ihrem Ehemann nach Vietnam zurück. Ihr gemeinsames Ziel: Die miserablen Arbeitsbedigungen zu ändern und gleichzeitig das traditionelle vietnamesische Handwerk in Frankreich, aber auch der Welt bekannter zu machen. Das Projekt Bibol war geboren.

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Seit 2007 entwickelten die beiden ihren Fair Trade-Traum. Genau das ist der größte Unterschied zu anderen vietnamesischen Firmen: Alle Arbeiter bei Bibol erhalten eine faire Entlohnung. Zudem sind alle Mitarbeiter krankenversichert – auch das keine Selbstverständlichkeit in dem asiatischen Land. Ein großes Anliegen von Bibol ist es, Kinderarbeit zu unterbinden und ihnen anstattdessen den Schulbesuch zu ermöglichen. Eine tolle Einstellung, oder? 🙂

Alle Bibol-Produkte entstehen aus dem Naturrohstoff Bambus. Sie sind Ergebnis von traditioneller vietnamesischer Handwerkskunst. Bibol hat von Anfang an mit circa 100 Kunsthandwerkern zusammen gearbeitet, die diese jahrhundertealte Form der Bambusproduktion meisterhaft beherrschen. Je nach Produkttyp dauert die Herstellung 40 bis 60 Tage. Selbstverständlich ist auch hier die ökologische Ausrichtung erkennbar: Bibol verzichtet auf gesundheitsschädliche Lösungsmittel und Farben bei der Herstellung, alle verwendeten Lacke sind zudem lebensmittelecht. Ihr seht: Bibol legt viel Wert auf die Gesundheit seiner Mitarbeiter. Und natürlich ist dieses Verfahren ebenso gut für die Umwelt.

Ob Schale oder Tablett: Jedes Bambus-Produkt ist ein Stück werthaltige Handarbeit. Die eleganten Schalen sind aufs Wesentliche reduziert, dabei angenehm leicht und äußerst widerstandsfähig. Dank der Verwendung von Bambus ist die Produktion höchst nachhaltig. Bibol setzt sich stark für die ständige Neuanpflanzung und Kultivierung von Bambus ein. Auch weitere natürliche Produkte zur Herstellung werden recyclet. So wird umweltschonend gearbeitet und der CO²-Ausstoß reduziert 🙂

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2 Kommentare

  1. Andrea Wilms sagt

    Hallo Herr Gumboldt,
    ich interessiere mich für die Bambus Schalen, da ich sie gerne in meinem Geschäft verkaufen möchte.
    Könnten Sie mir vielleicht sagen, über welchen Vetrieb ich die Produkte in Deutschland beziehen könnte. Vielleicht können Sie mir ja weiterhelfen.
    Vielen Dank
    Viele Grüße
    Andrea Wilms

  2. Michael sagt

    Vielen Dank für diesen tollen Artikel.

    Wir werden uns nun auch einige Bibol-Produkte zur Ansicht besorgen. Bei uns waren die Arbeitsbedingungen bei der Herstellung schon immer im Gespräch – denn was nützt der nachhaltigste Rohstoff, wenn dieser auf dem Rücken der Ärmsten geerntet und verarbeitet wird…

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