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Sieger by Fürstenberg

Dieses Jahr wird Porzellan in Europa 300 Jahre alt! Seit die Dresdner Manufaktur Meißen im 18. Jahrhundert den Anfang machte, feiert Porzellan bis heute weltweit Erfolge und ist beliebter denn je. Fast 300 Jahre dauert schon die Geschichte, die 1710 in der Albrechtsburg zu Meißen begann. Als erste Einrichtung ihrer Art in Europa setzte sie sowohl in der Formgebung als auch in den Gestaltungen ein Beispiel für alle später hinzukommenden  Porzellanmanufakturen.

Seit dem 13. Jahrhundert wurde Porzellan für die europäischen Fürstenhöfe und Königshäuser aus China importiert. Die Herstellung von Porzellan war damals nur dort bekannt. Nachdem das Geheimnis lange gehütet wurde, konnte in Europa 1708 eine neue Art der Anfertigung entwickelt werden.

Der sächsische Kurfürst „August der Starke“ engagierte einen Apothekerlehrling, der angeblich aus Metall Gold herstellen konnte. Mit einem Forscher, der riesige Brennspiegel baute und durch sie sehr hohe Temperaturen erzeugte, machte er sich an die Herstellung des “Weißen Goldes”. Nachdem der Kurfürst verkündete, dass er eine Porzellanmanufaktur gegründet habe, entstanden weitere europäische Manufakturen. Eine eigene Manufaktur zu besitzen, galt zu der damaligen Zeit als Ausdruck der Macht. In Frankreich entstanden in derselben Zeit „Chantilly“ und „Sèvres“, in England „Chelsea“, in Schweden „Rörstrand“ und in Dänemark „Royal Copenhagen“.

Die ersten Exemplare des Meißner Porzellans sahen den asiatischen Vorbildern sehr ähnlich. Der Bildhauer Johann Joachim Kaendler entwickelte neue Formen, Johann Gregorium Höroldt wurde einer der wichtigsten Porzellanmaler. Bereits 1710 wurde das Porzellan auf der Leipziger Messe angeboten. Heute ist die Dresdner Porzellansammlung weltweit das größte Museum. Besucher können den Mitarbeiter bei der Arbeit über die Schulter schauen. Die Feierlichkeiten erreichen 2010 ihren Höhepunkt, wenn die erste europäische Porzellanmanufaktur in Meißen ihren 300. Geburtstag feiert.

Das Museum der Manufaktur spiegelt die Herstellung des “Weißen Goldes” von den Anfängen bis heute wider. Das Spüren der Arbeitsatmosphäre, das Sehen der handwerklichen Kunst und das Genießen von Tisch- und Tafelkultur werden zu einem unvergleichlichen Erlebnis.

Im Sommer 2010 soll zum 300. Jubiläum des europäischen Porzellans eine 10-Euro-Silbergedenkmünze erscheinen. Gezeigt wird ein zerbrochener Teller, der die Fragilität von Porzellan symbolisieren soll.

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